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| Die Siechenhauskapelle, eine Stiftung des Schwertfegers Klaus Schmidt aus Neuruppin, wurde 1491 direkt an das Hospital angebaut. Wo sich heute das Vorderhaus des Hotels "Up-Hus-Idyll" (ehem. Hotel zum
alten Siechenhospital) befindet, haben damals Gebrechliche und Kranke Obdach und Pflege erhalten. Die Hospitalbewohner hatten mit der Kapelle einen Ort in nächster Nähe, an dem sie die Messe besuchen und damit ihrer Christenpflicht nachkommen konnten. Zum anderen hatten sie hier die Möglichkeit, ihrer Dankbarkeit dem Stifter gegenüber Nachdruck zu verleihen, indem sie für sein Seelenheil beteten; in jener Zeit ein wichtiges Motiv für zahlreiche geistliche und soziale Stiftungen. Märkische Zeitung, 13. Januar 1895: " Das bei dem Siechenhaus stehende kleine Gotteshaus führte nach Angabe des Visitationsverzeichnisses 1541 den Namen "Laurentiuskapelle", woraus dann in irrtümlicher, aber nicht ganz sinnloser Art auch die Bezeichnung "St. Lazaruskapelle" entstand. Der heilige Laurentius (Lorenz) war der Legende nach ein Spanier und wurde im Jahr 257 Diakonus und Schatzmeister in Rom. Als bei der Christenverfolgung unter Kaiser Valerian im Jahr 258 Papst Sixtus II. hingerichtet wurde, verkündete dieser dem Laurentius, dass er ihm binnen drei Tagen folgen werde. Da der römische Statthalter von ihm die Auslieferung der Kirchenschätze verlangte, ging Laurentius hin, kam dann mit einer Schar Armer, Elender, Lahmer und Krüppel und brachte dieselben dem Statthalter als die Schätze der Kirche dar. Der Statthalter deutete dies als Hohn und ließ den Laurentius, angeblich auf dem Viminalisberg in Rom, auf einem Rost lebendig braten. Daher erhielt Laurentius als Attribut einen Rost. Der christliche Dichter Prudentius (geb. 348) schrieb ein Lobgedicht auf ihn. Da sein Tag der 10. August ist, so nannte man an diesem Tag sich häufig zeigenden Sternschnuppen den Laurentiusstrom oder Laurentiusschwarm." Seit der Gründung des Siechenhospitals waren Hospital und Kirche der Stadt übereignet und wurden von einem Archidiakonus Neuruppins verwaltet, der zumeist auch die Gottesdienste durchführte. Nach dem 2. Weltkrieg gestattet die Stadt Neuruppin als Eigentümerin der Siechenhauskapelle der evangelischen Kirche, einmal im Monat einen Gottesdienst abzuhalten. |
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